Informationen über Pumpen- und Dichtungstechnik
Zuletzt geändert am 11.06.2009 um 17:23
Für den Betrieb einer doppeltwirkenden Gleitringdichtung benötigt man so genannte Sperrdrucksysteme oder Thermosiphonsysteme. Das Sperrdrucksystem hat die Aufgabe, den Dichtungsraum zwischen der atmosphären- und produktseitigen Gleitflächenpaarung mit einer produktverträglichen, gut schmierenden und mit hoher spezifischer Wärmekapazität ausgelegten Flüssigkeit zu schmieren und zu kühlen, sowie den Dichtungsraum vor Verunreinigungen zu schützen.

Das Sperrdrucksystem verfügt über eine Thermosiphonwirkung. Die durch die Reibung der Gleitflächen entstehenden Wärme muss von der Gleitringdichtung abgeführt werden. Dabei steigt die spezifisch leichtere, weil wärmere Sperrflüssigkeit, aus dem Dichtungsraum durch die Rohrleitung hoch in den Thermosiphonbehälter, wird abgekühlt und sinkt als spezifisch schwerere Sperrflüssigkeit in den Dichtungsraum zurück. Reicht diese Umwälzung nicht aus, so kann sie durch verschiedene Umwälzeinrichtungen unterstützt werden. Dies kann seitens der Dichtung durch einen Pumpring bzw. einem Fördergewinde bewerkstelligt werden oder durch eine in den Sperrkreislauf eingebaute Umwälzpumpe. Um einen bestmöglichen Umlauf zu gewährleisten, ist ein Kühlsystem mit Kühlschlangen und Kühlwasseranschluss immer zu empfehlen.
Falls aus Sicherheitsgründen und/oder aus Produkttechnischen Gründen ein höherer Sperrdruck als Mediumsdruck an der Gleitringdichtung benötigt wird, kann ein entsprechendes Stickstoff-Druckpolster aufgebaut werden. Mittels einer Handpumpe kann die Sperrflüssigkeit während des Betriebes nachgefüllt werden.
Zur Sicherstellung eines reibungslosen Betriebes, stehen verschiedene Überwachungseinrichtungen zur Verfügung. Unter andrem wäre das: Drucküberwachung des Sperrdrucksystems, Füllstandsüberwachung mittels Schwimmer – Magnetschalter, Temperaturüberwachung der Sperrflüssigkeit