Informationen über Pumpen- und Dichtungstechnik
Zuletzt geändert am 21.03.2011 um 16:38
Da hier in erster Linie nur auf das Prinzip bzw. auf die Baugruppenanordnung eingegangen wird, spielt es zunächst keine Rolle, ob die Gleitringdichtung dynamisch oder stationär, sowie druckbe- oder entlastet ist. Das gleiche gilt auch für die Montagearten einer GLRD. Ob die einzelnen Bauteile Stück für Stück zusammengesetzt und ausgemessen werden müssen, oder man eine Patronenvormontierte GLRD einsetzt, ist vorerst nicht relevant. Egal welche Konstruktionsweisen man auch einsetzt, es kommt in diesem Artikel wie gesagt, eher auf das Grundprinzip und nicht auf die bestmögliche Konstruktion an.
Bei einer Einfachwirkenden GLRD wird ein Pumpenaggregat nur, wie der Name schon vermuten läßt, mittels einer einfachen Gleitflächenpaarung, oder besser gesagt, mittels eines Gleit- und eines Gegenringes abgedichtet. Wenn die GLRD einmal ausfällt und somit eine Leckage zur Atmosphärenseite hin entsteht, kann die Förderflüssigkeit ungehindert in die Umgebung gelangen. Gerade bei gefährlichen, explosiven oder auch umweltbelastenden Medien besteht somit keine Möglichkeit, die Leckage beim Ausfall der GLRD zu verhindern. Hier wäre eine doppeltwirkende GLRD erforderlich (Siehe Artikel "doppeltwirkende GLRD").

Anhand der Abbildung erkennt man, das die GLRD weitestgehend in der Förderflüssigkeit läuft (rot dargestellt) und von ihr gekühlt und geschmiert wird. Einige Bauarten verlagern dabei die GLRD stärker in Richtung Gegenhalter, bzw. integrieren die GLRD komplett in den Gegenhalter, andere Bauarten wiederum verlagern die GLRD mehr in den Stopfbuchsraum hinein.
Das kann Vor- aber auch Nachteile haben. Muß die GLRD oder deren Elastomere zusätzlich gekühlt oder beheizt werden, empfiehlt es sich, die GLRD soweit wie möglich in den Gegenhalter zu verlagern. Der Gegenhalter wird dann im Bedarfsfall mit einem Kühl- bzw. Heizmantel ausgestattet, um so die erforderliche Kühlung bzw. Beheizung zu ermöglichen. Ist eine Kühlung bzw. Beheizung nicht Erforderlich, kann die GLRD dementsprechend weiter in Richtung Stopfbuchsraum verlagert werden und durch die Förderflüssigkeit selber gekühlt bzw. beheizt werden.
Des weiteren muß der Durchmesser des Stopfbuchsraumes den vom GLRD- Hersteller angegeben Maßen entsprechen, damit die GLRD ausreichend durch die Förderflüssigkeit gekühlt und geschmiert werden kann.
Genauso wichtig ist es, das wenn keine externe Spülung der GLRD erfolgen soll (Siehe nachfolgenden Abschnitt), auf den Einbau eines Spaltringes- bzw. einer Drosselbuchse innerhalb des Stopfbuchsraumes zu verzichten. Dieses könnte sonst dazu führen, das die GLRD nicht mehr ausreichend gekühlt und geschmiert werden kann. Außerdem können evt. mit der Förderflüssigkeit mitgeführten Feststoffteilchen nicht mehr ausreichend abgeführt werden (Obwohl ab einem gewissen Feststoffanteil eine externe Spülung der GLRD generell erforderlich ist)
Auch auf die Wahl der geeigneten Werkstoffe muß geachtet werden, vor allem dann, wenn das Fördermedium tief kalt, heiß, ätzend, stark verunreinigt oder sonstige Chemische Besonderheiten aufweist. Das gilt sowohl für die Gleitflächen als auch für die Elastomere und sonstigen Bauteile der GLRD, soweit diese mit der Förderflüssigkeit in Berührung kommen.